Wissenschaft

by photocase.de - haicobo

Den Hochschulen in Hamburg Perspektiven geben
Hamburg braucht mehr Studentinnen und Studenten: Im europäischen Ausland studieren bis zu 50 Prozent eines Jahrgangs – in Hamburg nur 39 Prozent. Wir wollen einen offenen Zugang zum Studium und werden die Zahl der Studierenden aus bildungsfernen Familien erhöhen. Staatliche Ausbildungsförderung ist deshalb bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

• Wir wollen ein gebührenfreies Erststudium einschließlich des Masterstudiums und werden die Studiengebühren wieder abschaffen.

• Wir werden zur Verbesserung von Lehre und Studium insgesamt 40 Mio. Euro pro Jahr im Landeshaushalt einplanen, um die Betreuung der Studierenden und die Ausstattung zu verbessern.

• Für den doppelten Abiturjahrgang, der ab 2010 an die Hochschulen kommt, werden wir ausreichend Studienkapazitäten schaffen.

• Gute Lehre und Forschung brauchen gute Räume. Wir werden ein Hochschulinvestitionsprogramm auflegen, um die vernachlässigten Hochschulgebäude schnell zu modernisieren.

• Wir werden für ein bedarfsgerechtes Angebot von Wohnheimplätzen sorgen, um mit diesem preisgünstigen und flexiblen Angebot ein konzentriertes Studium und die Mobilität der Studierenden zu fördern.

Studieren soll auch ohne allgemeine Hochschulreife möglich sein
Die Schließung der erfolgreichen und bundesweit einzigartigen Hochschule für Wirtschaft und Politik hat ein falsches Signal gesetzt.Wir wollen den Hochschulzugang auch für Berufserfahrene ohne Abitur in Hamburg ausweiten. Hierzu werden wir das Hochschulzulassungsgesetz ändern und zusätzliche besondere Studienmöglichkeiten für Studierende ohne allgemeine Hochschulreife schaffen.

Gute Wissenschaft an Hamburgs Hochschulen
Für die SPD ist ein Studium stets mehr als eine reine Berufsqualifizierung – eine Hochschule ist für uns ein Ort, an dem neue Wege beschritten werden, fächerübergreifende Zusammenarbeit praktiziert und Denken in gesellschaftlichen Zusammenhängen erlernt wird.

• Wir werden für die Bachelor-Absolventen Masterstudienplätze nachfrageorientiert und differenziert nach Fächern bereitstellen.

• Wir wollen die Gleichberechtigung der Abschlüsse an allen Hochschulen: Der Bachelorabschluss an der Fachhochschule soll als Zugangsvoraussetzung zum Masterstudium an der Universität anerkannt werden und die Promotion soll nach einem Masterabschluss der Fachhochschule möglich sein.

• Wir werden ausreichend Juniorprofessuren vorsehen.

• Der Anteil der Professorinnen soll erhöht werden.

Die Hamburger Hochschullandschaft – leistungsfähig und international attraktiv
Forschung und Lehre gehören zusammen. Sozial- und Geisteswissenschaften sind ebenso zu fördern wie Natur- und Ingenieurswissenschaften. Hamburgs Hochschulen müssen die Vielfalt der Fächer in den Sprach- und Kulturwissenschaften, Natur-, Ingenieur- und Gesellschaftswissenschaften anbieten. Kulturelle Kompetenz ist im 21. Jahrhundert wichtiger denn je und wird immer stärker auch von der Wirtschaft nachgefragt.

Wir werden
• die interdisziplinären Studiengänge fördern;
• durch die Verknüpfung von Geistes-, Sozial- und Sprachwissenschaften mit Wirtschaftswissenschaften die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Außenwirtschaftsbeziehungen einleiten und
• die Zusammenarbeit im norddeutschen Hochschulraum deutlich verbessern. Verantwortlich für die öffentlichen Hochschulen ist der Staat. Er muss ihre Finanzierung sichern. Die Hochschulen sollen in eigener Kompetenz ihre wissenschaftlichen Stärken ausbauen. Wir stehen zur Eigenständigkeit der Hochschulen und werden diese in einem neuen Hochschulgesetz verankern.

Wir werden die innere Demokratie und die Hochschulautonomie wieder stärken. Die Hochschulleitungen werden in Zukunft von den Hochschulsenaten gewählt und von den Hochschulräten bestätigt.

Hochschulmedizin
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kann eines der modernsten Deutschlands werden. Die wirtschaftliche Konsolidierung darf nicht von der wissenschaftlichen Profilierung in Lehre und Forschung abgekoppelt werden. Das Universitätsklinikum und die medizinische Fakultät sind Teil der Universität und stehen in der gleichen wissenschaftlichen und akademischen Verantwortung. Diese Ziele schließen eine Privatisierung des UKE aus.

Forschung und Technologietransfer
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Säule in unserem Wissenschaftssystem geworden. Hamburg hat neben forschungsstarken Fachbereichen seiner Hochschulen hervorragend ausgestattete und weltweit anerkannte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

• Wir werden in einer strategischen „Hamburger Forschungsallianz“ die Kooperationen zwischen den Hamburger Hochschulen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen gezielt verstärken und ausbauen.
• Wir werden einen effizienten Technologietransfer für Hamburgs Hochschulen und Forschungseinrichtungen fördern und die bestehenden Technologietransferwege zu einer zentralen Informations- und Serviceeinrichtung für Unternehmen und Forscher weiterentwickeln.

 

© SPD-Bergedorf (2008)

Impressum